097.

Genos­sen­schaft­li­cher Wohnungsbau Oele, Steinhausen, 2020

anonymer Studi­en­auf­trag auf Einladung

Bauherr­schaft: WBG Steinhausen
Zusam­men­ar­beit mit: Appert & Zwahlen Land­schafts­ar­chi­tekten, Lauber Ingenieure

Der Vorschlag schafft einen Ort. Einen Ort für die Bewohner, aber auch ein Ort als Iden­ti­täts­faktor für die Genos­sen­schaft insge­samt. Primär gelingt dies durch die Verhal­tens­weise des Projektes gegen­über dem Pianoweg, dem erleb­baren gemein­samen Aussen­raum und einer für das Quar­tier neuen Archi­tek­tur­sprache. Ursprüng­lich war Steinhausen ein Bauern­dorf. Manchmal sind diese Spuren zwischen Wohn­häu­sern, welche seit den 60er Jahren in grosser Anzahl gebaut wurden, noch spürbar. So ist ein älteres, dunkles Holz­haus in unmit­tel­barer Nähe zu finden. Mit dem Wunsch der WBG, ein Projekt in Holz­bau­weise zu reali­sieren, kann an diese versteckten Spuren ange­knüpft werden. So ist die äussere Erschei­nung des geplanten Holz­hauses dunkler als die meist helleren, verputzten Gebäude der jüngeren Geschichte in der näheren Umgebung.

Erreicht werden die einzelnen Wohnungen über den innen liegenden Lauben­gang, welcher von der Attrak­ti­vität der beschrie­benen Aussen­räume profi­tiert und dadurch eine grosse Aufent­halts­qua­lität erhält. Eine zentrale, offene Trep­pen­an­lage führt über alle Geschosse bis ins Unter­ge­schoss. Peri­pher befinden sich zwei Nottrep­pen­häuser, wobei die Wohnungen im Normal­fall durch das zentrale Trep­pen­haus in der Gebäu­de­mitte erreicht werden. Die Lauben­gänge sind breit ausge­staltet und bieten Platz für attrak­tive möblier­bare Aussen­räume vor den einzelnen Wohnungen. Der einzige Lift befindet sich unmit­telbar neben der Haupt­treppe. Das Erschlies­sungs­system ist gross­zügig und löst den Wunsch der Genos­sen­schaft auf viel­sei­tige Begeg­nungs- und Gemein­schafts­orte ein.

Um den zentralen, offenen Bereich sind die Gemein­schafts­räume orga­ni­siert. Pro Geschoss bildet sich dort jeweils ein nach Nord­westen ausge­rich­teter und kollektiv nutz­barer Aussen­be­reich. Im Atti­ka­ge­schoss gibt es zudem eine für alle Bewohner nutz­bare Dach­ter­rasse. Im west­li­chen Gebäu­de­flügel werden 3.5‑Zi und 4.5‑Zi Wohnungen ange­ordnet, welche zusätz­lich zum Lauben­gang auch noch Loggien nach Südwesten besitzen. Durch die gute Ausrich­tung des Lauben­gangs (Südosten) werden im Ostflügel keine weiteren privaten Aussen­räume ange­boten, dadurch ist dieser Gebäu­de­teil frei einteilbar. Eine Viel­zahl von Wohnungen kann in dieser Struktur unter­ge­bracht werden und auf den verlangten Wohnungsmix kann flexibel reagiert werden. Alle Wohnungen sind «Durch­wohner», sogar die 1.5‑Zi Wohnungen. Direkt am Lauben­gang befinden sich haupt­säch­lich die Entrée‑, Wohn- und Essbe­reiche und nur verein­zelt Zimmer. Die Kita im Erdge­schoss wird als öffent­liche Nutzung direkt vom Pianoweg aus erschlossen.

Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen
Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen
Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen
Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen
Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen
Genossenschaftlichen Wohnungsbau Oele, Steinhausen