098.

Studi­en­auf­trag Sins­er­strasse 3–13, Cham, 2020

Projekt­wett­be­werb – 1. Rang

Bauherr­schaften: Eigen­tü­mer­schaft Parzellen
Zusam­men­ar­beit mit: Ort AG für Landschaft
Visu­al­sie­rungen: Nightnurse

In der Analyse hat sich gezeigt, dass Punkt­bauten, mit dahin­ter­lie­genden, unter­schied­lich in der Tiefe gestaf­felten Längs­bauten die histo­ri­sche Grund­be­bauung und Eigen­heit der Sins­er­strasse ist. Dies hat uns faszi­niert und hat Eingang in unseren Entwurf gefunden. Aus einem Flug­bild von 1942 wird diese Bebau­ungs­struktur gut sichtbar, welche sich deut­lich von der zeit­gleich entstan­denen Bebau­ungs­struktur an der Knonau­er­strasse unter­scheidet, die prak­tisch eine geschlos­sene Block­rand­zeile ausbildet. Meist wurden zwischen den Punkt­bauten Garten­an­lagen gefasst, wodurch die Sins­er­strasse zu einer stark begrünten Ausfall­sachse wurde.

Dieses Motiv lässt sich sehr gut in eine verdich­tete Bebauung entlang der Sins­er­strasse inte­grieren. Zwei L‑förmige Gebäu­de­kom­plexe kombi­niert mit einem Punktbau defi­nieren eben­falls gefasste stras­sen­sei­tige Garten­räume und setzen den bestehenden Rhythmus der Neubauten an der Sins­er­strasse 15 + 17 fort. Die drei geplanten, vertikal in Erschei­nung tretenden Kopf­fas­saden führen nahtlos zur leicht abge­drehten, sich dadurch zum Bären­platz orien­tie­renden, fünf­ge­schos­sigen Stirn­fas­sade der neuen Raiff­ei­sen­bank über. Die Garten­räume gehen mit den Gebäude auf der anderen Stras­sen­seite eine Verbin­dung ein und bilden stras­sen­über­grei­fend ein städ­te­bau­lich starkes Bild.

Die ortho­go­nale Struktur der drei Neubauten wird durch die prak­tisch lineare Stras­sen­füh­rung und die Parzel­len­geo­me­trien bestimmt. Durch die anstei­gende Topo­grafie nach Südwesten arti­ku­lieren sich die stras­sen­seitig vier­ge­schos­sigen Gebäude zur lockeren Wohn­über­bauung drei­ge­schossig und über­nehmen ohne weiteres zutun deren Trauf­höhen. Die Längs­seiten der zwei L‑Typen, mit den rhyth­misch hervor­tre­tenden Balkonen kommu­ni­zieren gut mit den Zeilen­bauten der angren­zenden Siedlung.

Die neuen Gebäude sind gut fass­bare Volumen, welche sich dadurch mit den zwei klaren Volumen der Raiff­ei­sen­bank­über­bauung verbinden. Die unter­schied­lich in die Tiefe gestaf­felten Längs­fas­saden im Südwesten führen dazu, dass der rück­wär­tige Aussen­raum nicht zu streng in Erschei­nung tritt. Ein span­nender, rück­sei­tiger Sied­lungs­raum entsteht, welcher zum hinteren Platz­raum der Raiff­ei­sen­bank mündet. Mit den vier Geschossen zur Sins­er­strasse und den drei Geschossen zum hinteren Sied­lungs­raum gelingt der Über­bauung die Inte­gra­tion in die bestehende Baustruktur. Die promi­nente Raiff­ei­sen­bank am Kreisel soll durchaus beab­sich­tigt ein Geschoss mehr aufweisen.

Die drei Neubauten bewegen sich weiterhin inner­halb der drei vorge­fun­denen Parzellen. Die Bebauung behält so den ursprüng­li­chen Masstab und die vertraute Körnung (siehe Schwarz­plan). Trotz einer wesent­li­chen Verdich­tung entstehen orts­ty­pi­sche Aussen­räume, Gebäu­de­ab­stände und Gebäudehöhen.

Studienauftrag Sinserstrasse Cham
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<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
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<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
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<b>098.</b> Studienauftrag<br>Sinserstrasse 3–13, Cham, 2020 – Projektwettbewerb, 1. Rang
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Plan Cham studie Analyse
<b>098.</b> Studienauftrag Sinserstrasse 3–13<br>Cham, 2020 – Projektwettbewerb 1. Rang
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